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UFC-Wetten und Legalität in Deutschland: Was 2026 wirklich erlaubt ist

Updated Oktober 2026
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Leerer, dramatisch beleuchteter Octagon-Käfig in einer Arena als Sinnbild für die Rechtslage von UFC-Wetten in Deutschland

Die häufigste Frage, die mir Einsteiger stellen, lautet sinngemäß: Ist das überhaupt erlaubt, was ich da mache? Und meine ehrliche Antwort enttäuscht im ersten Moment, weil sie ein klares Jein ist. Wer wissen will, ob UFC-Wetten legal in Deutschland sind, bekommt von mir keine knackige Schlagzeile, sondern eine Unterscheidung — und genau diese Unterscheidung trennt seit Jahren die Leute, die wissen, was sie tun, von denen, die sich auf dünnem Eis bewegen, ohne es zu merken.

Sportwetten an sich sind in Deutschland legal, lizenziert und staatlich kontrolliert. Du darfst auf die Bundesliga tippen, auf die Champions League, auf Tennis und Darts, und der Staat verdient daran kräftig mit. UFC- und MMA-Wetten dagegen bewegen sich genau in der Lücke, die der deutsche Glücksspielstaatsvertrag offengelassen hat. Der entscheidende Satz, den ich in neun Jahren in dieser Nische immer wieder erklären musste, ist deshalb nicht „Wetten ist verboten“, sondern: Kein einziger in Deutschland lizenzierter Buchmacher bietet dir überhaupt einen UFC-Kampf zum Tippen an.

Das klingt nach einem Detail, ist aber der ganze Kern. Die Frage ist nicht, ob du dich strafbar machst, wenn du auf Conor McGregor oder Khabibs Nachfolger setzt. Die Frage ist, warum die deutschen Anbieter diesen Markt komplett auslassen — und was das für dich als Wettenden konkret bedeutet, wenn du trotzdem auf MMA tippen willst. Genau das nehme ich in diesem Text auseinander: Schritt für Schritt, ohne Panikmache, aber auch ohne die beschönigenden Floskeln, die du auf den meisten Affiliate-Seiten findest. Am Ende weißt du, wo die rechtlichen Grenzen verlaufen, warum sie da verlaufen, wo sie verlaufen, und welche Schutzmechanismen du aufgibst, wenn du sie überschreitest.

Inhaltsverzeichnis

Der Glücksspielstaatsvertrag und warum 2021 alles verändert hat

Es gab eine Zeit, da war der deutsche Wettmarkt der wilde Westen. Ich habe diese Jahre noch miterlebt: Anbieter aus Malta und Gibraltar warben hier völlig ungeniert, eine bundesweit gültige Lizenz existierte schlicht nicht, und kaum jemand wusste so genau, was eigentlich erlaubt war. Mit dem Glücksspielstaatsvertrag von 2021 — kurz GlüStV — wurde dieser Zustand beendet. Seitdem gibt es erstmals eine einheitliche bundesweite Erlaubnis für Online-Sportwetten, und der Staat verdient mit. Wie kräftig, zeigt eine einzige Zahl: Der legale deutsche Glücksspielmarkt erwirtschaftete 2024 einen Bruttospielertrag von rund 14,4 Milliarden Euro, ein Plus von etwa fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der GlüStV verfolgt ein erklärtes Ziel, das man verstehen muss, um die ganze MMA-Geschichte zu begreifen: Spielerschutz und Kanalisierung. Übersetzt heißt das, der Gesetzgeber will die Leute, die ohnehin wetten, in ein reguliertes, kontrolliertes Umfeld lenken — weg von unkontrollierten ausländischen Seiten. Damit das funktioniert, hängt an einer deutschen Lizenz ein ganzer Apparat aus Auflagen: ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das anbieterübergreifend gilt, ein Verbot bestimmter risikoreicher Wettarten, Werbebeschränkungen und die Pflicht zur Anbindung an ein zentrales Sperrsystem.

Aufgeschlagenes Gesetzbuch zum Glücksspielstaatsvertrag als Symbol der deutschen Sportwetten-Regulierung

Die zuständige Behörde formuliert dabei selbst sehr nüchtern, worum es im Kern geht. Sportwetten seien Glücksspiel, weil am Ende der Zufall entscheidet, ob man gewinnt oder verliert, und weil um Geld gespielt wird. Selbst wer sich mit einem Sport bestens auskennt, könne durch unvorhergesehene Umstände jederzeit auf der Verliererseite landen. Dieser amtliche Warnhinweis ist kein juristisches Kleingedrucktes, sondern die Grundhaltung, aus der der gesamte Vertrag entstanden ist: Wetten ist erlaubt, aber es ist und bleibt Glücksspiel, und genau deshalb wird es eng reguliert. Wer das im Hinterkopf behält, versteht auch, warum manche Märkte erlaubt sind und andere bewusst draußen bleiben.

In den ersten Monaten nach Inkrafttreten herrschte eine eigentümliche Übergangsphase, die Brancheninsider die „weiße Phase“ nannten — viele Anbieter operierten geduldet weiter, während ihre Erlaubnisanträge geprüft wurden. Aus dieser Unsicherheit ist mittlerweile ein durchregulierter Markt geworden, und das merkst du als Tippender an jeder Ecke: Du musst dich verifizieren, du stößt früher oder später an dein Einzahlungslimit, und vor riskanten Wettarten erscheinen Warnhinweise. Manche empfinden das als Bevormundung. Ich sehe es nach neun Jahren anders. Diese Auflagen sind der Preis dafür, dass du im Streitfall einen deutschen Ansprechpartner hast, dass dein Geld auf Treuhandkonten getrennt vom Betriebsvermögen liegt und dass eine Behörde existiert, an die du dich wenden kannst. Genau dieser Preis ist es, der bei UFC-Wetten zur entscheidenden Frage wird — weil du ihn dort schlicht nicht zahlen kannst, selbst wenn du wolltest.

MMA steht nicht auf der Whitelist — und das ist der Knackpunkt

Stell dir eine Gästeliste vor einem exklusiven Club vor. Wer draufsteht, kommt rein. Wer nicht draufsteht, bleibt draußen, egal wie groß oder beliebt er ist. Genau so funktioniert die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, kurz GGL: ein öffentlich einsehbares Verzeichnis aller Anbieter, die in Deutschland eine gültige Erlaubnis besitzen. Ende 2024 standen dort 139 lizenzierte Glücksspielanbieter mit zusammen 216 Internetseiten — und auf jeder einzelnen davon suchst du UFC-Kämpfe vergeblich.

Octagon-Käfig im MMA als Sinnbild für den in Deutschland nicht lizenzierten UFC-Wettmarkt

Der Grund liegt nicht bei den Buchmachern, sondern im Gesetz selbst. Der GlüStV erlaubt deutschen Anbietern nur sogenannte erlaubnisfähige Wettmärkte — Wetten auf Ereignisse, die ausdrücklich genehmigt sind. Welche Sportarten und welche Wettarten dazugehören, bestimmt der nach Paragraf 21 des Vertrags festgelegte Rahmen, und MMA als Disziplin fällt durch dieses Raster. Es ist keine ausdrückliche Schurkerei, kein „MMA ist verboten“-Verbotsschild. Es ist schlimmer, weil subtiler: Mixed Martial Arts wurde nie in den Katalog der genehmigten Wettmärkte aufgenommen, also darf ein lizenzierter Anbieter es nicht ins Programm nehmen, selbst wenn er wollte.

Für dich heißt das in der Praxis etwas Unbequemes. Du kannst auf Boxen wetten, du kannst auf so ziemlich jede Ballsportart wetten, aber den größten und wachstumsstärksten Kampfsport der Welt kannst du bei keinem deutschen Buchmacher anfassen. Ich habe schon Leute erlebt, die ihren Anbieter durchsucht, den Support angeschrieben und am Ende geglaubt haben, sie seien zu blöd, das Menü zu bedienen. Sie waren es nicht. Der Markt ist schlicht nicht da, und er ist es bei keinem mit deutscher Lizenz.

Das erklärt auch ein Missverständnis, das sich hartnäckig hält: Viele denken, weil sie nirgendwo deutsche UFC-Wetten finden, sei das Tippen auf MMA generell verboten. Falsch. Das Ereignis ist nicht verboten, der lizenzierte Anbieter darf es nur nicht anbieten. Diese feine, aber entscheidende Trennung ist der Ausgangspunkt für alles, was danach kommt — und für die Grauzone, in der sich die meisten MMA-Wetten in Deutschland tatsächlich abspielen.

Besonders absurd wird die Sache, wenn man MMA mit dem Boxen vergleicht. Auf einen Boxkampf kannst du bei deutschen Anbietern in aller Regel tippen, auf einen UFC-Kampf nicht — obwohl beide Vollkontakt-Kampfsport sind, beide Knockouts kennen, beide nach klaren Regeln in einem abgegrenzten Ring oder Käfig ausgetragen werden. Der Unterschied ist kein sportlicher, sondern ein historisch-regulatorischer. MMA war zur Zeit der ursprünglichen Marktdefinitionen in Deutschland noch eine Randdisziplin mit zweifelhaftem Ruf, teils sogar mit Veranstaltungsverboten belegt. Als die Sportart dann explodierte, war der Katalog der erlaubnisfähigen Märkte längst geschrieben, und niemand hat ihn seither an die neue Realität angepasst. Du wettest also nicht deshalb nicht auf UFC, weil MMA gefährlicher oder zwielichtiger wäre als andere Sportarten, sondern weil eine Liste aus einer anderen Zeit stammt und nie aktualisiert wurde. Genau deshalb halte ich das Argument „MMA ist eben nicht erlaubt“ für irreführend — erlaubnisfähig und tatsächlich erlaubt sind zwei verschiedene Dinge, und im Fall MMA klafft genau dazwischen die ganze Lücke.

Die GGL als Aufsicht: Wer hier eigentlich die Regeln durchsetzt

Wenn ich Einsteigern die GGL beschreibe, vergleiche ich sie gern mit einem Schiedsrichter, der erst seit Kurzem auf dem Platz steht und noch dabei ist, sich Respekt zu verschaffen. Die Behörde mit Sitz in Halle an der Saale ist erst seit 2023 voll handlungsfähig und seitdem zentral dafür zuständig, den deutschen Glücksspielmarkt zu überwachen und illegale Angebote zu bekämpfen. Ihr eigener Vorstand bringt die Lage erstaunlich offen auf den Punkt: Die Maßnahmen zeigten Wirkung, doch die Bekämpfung illegaler Angebote bleibe herausfordernd und erfordere Ausdauer sowie enge Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern.

Kampfrichter im Octagon als Sinnbild für die GGL als Aufsicht über den deutschen Glücksspielmarkt

Diese Offenheit ist ungewöhnlich und sie ist verräterisch, denn die Zahlen geben ihr recht. Die GGL hat 858 illegale deutschsprachige Glücksspielseiten von 212 Betreibern erfasst, deren Volumen sie auf 500 bis 600 Millionen Euro schätzt — das sind grob drei bis vier Prozent des legalen Marktes. Allein bei den illegalen Online-Sportwetten führt die Behörde 129 Betreiber mit 382 Webseiten in ihren Listen. Das ist keine Handvoll dubioser Hinterhof-Seiten, das ist ein paralleler Markt mit industriellem Maßstab.

Die Werkzeuge, mit denen die GGL gegen diesen Markt vorgeht, solltest du kennen, weil sie dich direkt betreffen können. Die Behörde kann Zahlungsdienstleister anweisen, Transaktionen an unerlaubte Anbieter zu unterbinden — das sogenannte Payment-Blocking. Sie kann gegen Werbung vorgehen, sie kann Internetanbieter zu Netzsperren auffordern, und sie arbeitet zunehmend mit Behörden im Ausland zusammen. In der Praxis treffen diese Maßnahmen vor allem die Anbieter, nicht den einzelnen Spieler. Aber wenn deine Einzahlung an einen unerlaubten Buchmacher plötzlich von der Bank zurückgewiesen wird oder eine Auszahlung im Nirgendwo hängt, dann ist das oft genau dieser Mechanismus, der zugeschlagen hat. Die Aufsicht zielt auf die Quelle, doch der Kollateralschaden landet beim Tippenden.

Wichtig zu verstehen ist auch die Konstruktion dahinter, weil sie einiges über die Schlagkraft der Behörde verrät. Die GGL ist eine gemeinsame Einrichtung aller sechzehn Bundesländer — kein Bundesamt, sondern ein Zusammenschluss, der das deutsche Föderalismus-Puzzle für den Glücksspielbereich bündeln soll. Das ist Stärke und Schwäche zugleich. Stärke, weil endlich eine einzige zentrale Stelle zuständig ist, statt sechzehn Landesbehörden mit unterschiedlichen Auslegungen. Schwäche, weil die Anbieter im Ausland sitzen, die Server jenseits deutscher Reichweite stehen und jedes geschlossene Schlupfloch an anderer Stelle ein neues öffnet. Genau dieses Katz-und-Maus-Spiel meint der Vorstand, wenn er von Ausdauer spricht. Für dich bedeutet das im Klartext: Verlass dich nicht darauf, dass die Behörde dich vor einem dubiosen Anbieter schützt, bevor du selbst eingezahlt hast. Die Prüfung, ob jemand auf der Whitelist steht, bleibt deine eigene Aufgabe — und sie dauert keine Minute.

EU-Lizenz und die Grauzone, in der MMA-Wetten tatsächlich stattfinden

Hier wird es interessant, und hier hören die meisten Ratgeber auf, ehrlich zu sein. Wenn kein deutscher Anbieter UFC führt, wo wetten die Leute dann? Die Antwort ist ein offenes Geheimnis: bei Buchmachern mit einer Lizenz aus einem anderen EU-Land, meistens Malta. Diese Anbieter berufen sich auf die europäische Dienstleistungsfreiheit und argumentieren, eine maltesische Lizenz erlaube ihnen, ihre Dienste in der gesamten Union anzubieten. Deutschland sieht das anders und betrachtet sie ohne deutsche Erlaubnis als unerlaubt. Zwischen diesen beiden Rechtsauffassungen klafft die Grauzone, in der praktisch der gesamte deutsche MMA-Wettmarkt lebt.

EU-Flagge mit Malta-Lizenzsiegel als Sinnbild für die Grauzone von MMA-Wetten ohne deutsche Lizenz

Wie groß dieser Schattenbereich ist, zeigt ein Verhältnis, das mich jedes Mal innehalten lässt: Auf dem Online-Markt kommt auf jedes legale Angebot rund elf nicht erlaubte — ein Verhältnis von etwa eins zu elf. Und die Zahl der illegalen Seiten ist gegenüber 2023 noch einmal um 36 Prozent gewachsen. Wer also glaubt, er bewege sich in einer kleinen, exotischen Nische, irrt. Die Grauzone ist der eigentliche Markt, und der lizenzierte Bereich ist im Vergleich der kleine, ordentlich eingezäunte Teil davon.

Heller legaler Weg neben einem dunklen Pfad als Sinnbild für Schwarzmarkt und Kanalisierung bei Wetten

Für dich als Wettenden ist die entscheidende Konsequenz nicht die Strafbarkeit — die liegt rechtlich auf einem anderen Blatt, dazu gleich mehr in den Fragen am Ende. Entscheidend ist, was du aufgibst. Bei einem EU-lizenzierten Anbieter ohne deutsche Erlaubnis greift das deutsche Schutzsystem nicht: kein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit, keine Anbindung an die deutsche Sperrdatei, im Streitfall ein ausländischer Gerichtsstand, der dir das Leben schwer macht. Wie sich diese Anbieter im Detail unterscheiden und worauf du bei der Auswahl wirklich achten musst, habe ich in einem eigenen Text zu UFC-Wetten ohne deutsche Lizenz ausführlich auseinandergenommen. Für hier reicht die Einordnung: Die Grauzone ist real, sie ist groß, und sie ist kein rechtsfreier Raum, sondern ein Raum ohne deutsches Sicherheitsnetz.

Ein Punkt, der in diesem Zusammenhang immer wieder hochkocht, ist die Frage der Rückforderung. Vor deutschen Gerichten haben in den vergangenen Jahren mehrere Spieler erfolgreich verlorene Einsätze von unerlaubten Anbietern zurückgeklagt, mit dem Argument, der Vertrag mit einem in Deutschland nicht lizenzierten Buchmacher sei nichtig. Andere Gerichte sahen das anders, und höchstrichterlich ist längst nicht jede Konstellation geklärt. Ich erwähne das nicht, damit du jetzt anfängst, deine Verluste als Geschäftsmodell zu betrachten — das wäre der falsche Schluss. Ich erwähne es, weil es zeigt, wie sehr sich der ganze Bereich rechtlich noch im Fluss befindet. Wer auf der Suche nach Klarheit ist, sucht in dieser Grauzone vergeblich nach einem festen Boden. Genau diese Unsicherheit ist Teil des Preises, den du zahlst, wenn du den lizenzierten Rahmen verlässt: Du tauschst die Bequemlichkeit eines vorhandenen UFC-Marktes gegen eine Rechtslage, in der selbst Juristen sich uneins sind.

Kanalisierung, Schwarzmarkt und das Eigentor des Gesetzgebers

Es gibt eine bittere Ironie in dieser ganzen Geschichte, und ich kann sie nicht oft genug betonen. Das erklärte Ziel des GlüStV war Kanalisierung — Tippende ins legale, geschützte Umfeld lenken. Bei MMA bewirkt das Gesetz exakt das Gegenteil. Weil kein lizenzierter Anbieter UFC führen darf, zwingt der Staat jeden, der auf MMA wetten will, geradewegs in den unregulierten Bereich, vor dem er ihn eigentlich schützen wollte.

Die Daten zeichnen ein deutliches Bild davon, wie schlecht die Kanalisierung insgesamt funktioniert. Nach Erhebungen der Aufsicht nutzt rund ein Drittel der Spielenden zumindest teilweise nicht erlaubte Angebote, und der Umsatz des Schwarzmarkts ist um 17 Prozent gewachsen. Das ist kein Randphänomen mehr, das ist ein strukturelles Problem. Der Präsident des deutschen Sportwettenverbands bringt es in einer Formulierung auf den Punkt, die ich für eine der ehrlichsten der ganzen Branche halte: Der Sportwettenmarkt sei heute so sicher reguliert wie nie zuvor — dieser Schutz wirke allerdings nur im legalen Umfeld.

Genau darin liegt die ganze Tragik der MMA-Frage. Der Schutz ist da, er ist gut, und für UFC-Wetten ist er schlicht nicht erreichbar, ohne den legalen Rahmen zu verlassen. Ein Tippender, der diszipliniert mit Limits arbeiten will, ein Spieler, der sich im Zweifel über die zentrale Sperrdatei selbst ausschließen möchte — beide stehen bei MMA vor verschlossenen Türen, weil das geschützte Angebot ihren Sport ausklammert. Der Gesetzgeber hat eine Schutzmauer gebaut und genau dort ein Loch gelassen, wo eine der schnellst wachsenden Wettkategorien der Welt durchdrückt. Das ist kein Versehen, das ist die direkte Folge einer Whitelist, die mit der Realität des Marktes nicht Schritt hält.

Was eine funktionierende Kanalisierung tatsächlich bräuchte, lässt sich aus diesem Befund logisch ableiten, auch wenn der Gesetzgeber bislang nicht handelt. Entweder MMA käme in den Katalog der erlaubnisfähigen Märkte, sodass lizenzierte Anbieter ein attraktives, geschütztes UFC-Angebot aufbauen könnten — oder die Lücke bleibt, und der Schwarzmarkt behält seinen Sport. Solange Variante zwei gilt, ist jede Diskussion über verantwortungsvolles UFC-Wetten innerhalb des legalen Systems eine theoretische. Das frustriert mich, ehrlich gesagt, seit Jahren. Der Markt, der den meisten Schutz nötig hätte, weil er international, unübersichtlich und über dubiose Seiten erreichbar ist, ist genau der, den das deutsche Schutzsystem nicht abdeckt. Wer auf MMA tippt, muss sich seine Disziplin und seine Limits also selbst auferlegen, weil ihm keine deutsche Lizenz dabei hilft.

OASIS und Spielerschutz: Was du im legalen System gewinnst

Ich höre oft das Argument, der ganze Spielerschutz sei Bürokratie für Leute, die ihr Spiel nicht im Griff haben. Diese Haltung legt sich meistens, sobald jemand eine konkrete Zahl hört: Rund 1,2 Millionen Menschen in Deutschland zwischen 18 und 70 Jahren haben eine glücksspielbezogene Störung. Das ist keine Randgruppe, das ist eine mittelgroße deutsche Großstadt, und niemand, der das liest, kann mit Sicherheit sagen, auf welcher Seite dieser Statistik er in fünf Jahren steht.

Person legt schützende Spiellimits fest als Sinnbild für OASIS und Spielerschutz im legalen System

Das wichtigste Werkzeug, das der legale Rahmen bereithält, heißt OASIS — die zentrale, bundesweite Sperrdatei. Wer sich dort einträgt, sei es selbst oder durch eine Fremdsperre, kann bei keinem in Deutschland lizenzierten Anbieter mehr spielen. Die Sperre wirkt anbieterübergreifend und ist nicht mit einem Klick wieder aufgehoben. Dazu kommen das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über alle lizenzierten Anbieter hinweg, Pausenfunktionen und verpflichtende Selbsttests. Das alles greift nur im lizenzierten System — und genau hier schließt sich der Kreis zur MMA-Frage. Wer auf UFC bei einem EU-Anbieter ohne deutsche Lizenz tippt, verlässt nicht nur den genehmigten Markt, er verlässt auch dieses Sicherheitsnetz. OASIS kennt diesen Anbieter nicht, das Limit gilt dort nicht, und die Selbstsperre hört genau an der Grenze auf, an der du sie am dringendsten brauchen würdest. Diesen Preis sollte jeder kennen, bevor er ihn zahlt.

Neben der großen Sperrdatei gibt es eine Reihe kleinerer Schutzfunktionen, die im legalen Rahmen Standard sind und die du bei Anbietern ohne deutsche Lizenz oft vergeblich suchst: einstellbare Tages- und Wochenlimits, Reality-Checks, die dich nach einer bestimmten Spielzeit auf die verstrichene Dauer hinweisen, sowie Selbsttests zur eigenen Spielgewohnheit. Mein praktischer Rat, unabhängig davon, wo du am Ende tippst: Setz dir diese Grenzen selbst, schriftlich, bevor das erste Geld fließt. Ein festes Monatsbudget, ein klarer Höchsteinsatz pro Kampf, eine ehrliche Notiz darüber, wann du aufhörst. Im legalen System erzwingt das System diese Grenzen für dich. In der MMA-Grauzone bist du dein eigener Aufpasser — und das ist eine Verantwortung, die niemand für dich übernimmt.

Mache ich mich strafbar, wenn ich bei einem EU-lizenzierten Anbieter auf UFC wette?

Die Strafbarkeit richtet sich nach Paragraf 285 des Strafgesetzbuchs und betrifft die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel. In der Praxis verfolgen die Behörden konsequent die Anbieter, nicht die einzelnen Tippenden, und mir ist kein Fall bekannt, in dem ein Privatspieler allein fürs Wetten belangt wurde. Das eigentliche Risiko liegt nicht im Strafrecht, sondern im fehlenden Schutz: kein deutsches Einzahlungslimit, keine OASIS-Anbindung und im Streitfall ein ausländischer Gerichtsstand.

Was bedeutet ein "erlaubnisfähiger Wettmarkt" im GlüStV?

Erlaubnisfähig sind nur Wetten auf Ereignisse, die ausdrücklich genehmigt sind — also bestimmte Sportarten und bestimmte Wettarten, die im gesetzlichen Rahmen abgesteckt wurden. Ein lizenzierter Anbieter darf ausschließlich diese Märkte führen. MMA wurde nie in diesen Katalog aufgenommen, weshalb deutsche Buchmacher es nicht anbieten dürfen, selbst wenn sie es wollten.

Kann die GGL einzelne Wettkonten oder Zahlungen blockieren?

Direkt einzelne Spielerkonten sperrt die GGL nicht, ihre Werkzeuge zielen auf die Anbieter. Über das sogenannte Payment-Blocking kann sie aber Zahlungsdienstleister anweisen, Transaktionen an unerlaubte Buchmacher zu unterbinden. Wenn eine Ein- oder Auszahlung an einen Anbieter ohne deutsche Lizenz plötzlich scheitert, steckt häufig genau dieser Mechanismus dahinter.

Was ist OASIS und wer landet in der Sperrdatei?

OASIS ist die zentrale, bundesweite Sperrdatei für Glücksspiel in Deutschland. Eintragen kann man sich selbst über eine Selbstsperre, möglich ist aber auch eine Fremdsperre durch einen Anbieter oder durch Angehörige bei begründetem Verdacht auf Spielsucht. Die Sperre wirkt bei allen in Deutschland lizenzierten Anbietern gleichzeitig und lässt sich nicht spontan wieder aufheben.

Material erstellt vom Team ufcmmawetten
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